Das Wunder von Bern 1954

Deutschland war der große Verlierer des zweiten Weltkrieges. Neun Jahre nach Kriegsende und den chaotischen Verhältnissen in den vom zweiten Weltkrieg zerstörten Europa fand die fünfte Fußballweltmeisterschaft statt.  Vom 16. Juni bis bis zum 4. Juli 1954 wurde die Weltmeisterschaft in der Schweiz ausgetragen. 16 Nationalmannschaften traten während der 18 Tage zuerst  in Gruppen und danach in Ausscheidungsspielen gegeneinander an. Am 4. Juli 1954 wurde Deutschland erstmalig Fußballweltmeister. Der Sieg gilt als das Wunder von Bern und bringt Deutschland einen wirtschaftlichen Aufschwung.

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Das Wunder von Bern - Deutschland erstmalig Fußballweltmeister

Deutschland musste in der Gruppenphase gegen die Nationalmannschaften aus der Türkei und Ungarn antreten. Das erste Spiel gegen das türkische Nationalteam konnte die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger mit 4:1 für sich entscheiden. Im anschließenden Gruppenspiel gegen den Favoriten auf den Weltmeistertitel, Ungarn, könnte Herbergers Fußballweisheit  ”Das nächste Spiel ist immer das schwerste.”  begründet worden sein. Das junge deutsche Team um Kapitän Fritz Walter verlor die Partie mit 8:3 und musste dann ins Entscheidungsspiel gegen die Türkei um Rang zwei, der zur Teilnahme an den Ausscheidungsspielen berechtigt.

Wie schon das erste Spiel konnte das Herberger-Team auch die zweite Auseinandersetzung für sich entscheiden. Am Ende siegt Deutschland mit 7:2, allein der 29-jährige Max Morlock steuerte drei Treffer bei.

Das folgende Viertelfinale gegen Jugoslawien galt Deutschland wieder nur als Außenseiter. Begünstigt durch ein Eigentor durch den Jugoslawen Horvath ging Deutschland in der neunten Spielminute mit 1:0 in Führung. Das Favoritenteam aus Jugoslawien bestürmte in der Folgezeit den deutschen Strafraum und das von Toni Turek behütete Tor. Doch das Abwehrbollwerk hielt und ein Konter in der 85. Minute brachte die Entscheidung durch Helmut Rahn. Deutschland hatte das Halbfinale erreicht.

Fas eigentliche Wunder von Bern folgte dann am 4. Juli 1954. Im zweiten Aufeinandertreffen gegen die haushohen Favoriten aus Ungarn kann Deutschland der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 feiern. Deutschland ist erstmalig in seiner Geschichte WM-Gewinner. Das Endspiel gewann Deutschland mit 3:2-Sieg. 60.000 Zuschauer versammelten sich an diesem 4. Juli im Berner Wankdorf-Stadion. Bereits nach acht Minuten schien das Spiel für die Mannschaft um Kapitän Fritz Walter und Trainer Sepp Herberger verloren. Durch zwei Blitztore durch Puskás (6.) und Czibor (8.) ging der Favorit aus Ungarn mit 2:0 in Führung. Doch nur 10 Minuten später war das Spiel wieder offen. In der 10. Spielminute traf Morlock zum 2:1-Anschlusstreffer Morlock und auch Helmut Rahn konnte sich acht Minuten später in die Torschützenliste mit seinem 2:2 eintragen. Die Ungarn berannten dann das Tor von Toni Turek, doch ein weiterer Treffer für Ungarn wollte nicht fallen. Stattdessen konnte Flügelstürmer Helmut Rahn in der 84. Spielminute eine halbherzig abgewehrte Flanke abfangen und vom Strafraumeck direkt abziehen. Die in Deutschland vor den Fernsehern und Radios zuschauenden Menschen hörten dann das bis heute für Gänsehaut sorgende:

Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern. Keiner wankt. Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder. Es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht aus – wie könnten sie auch! Eine Fußballweltmeisterschaft ist alle vier Jahre, und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend, jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt, und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball verloren diesmal, gegen Schäfer – Schäfer nach innen geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! …

Deutschland war durch das in der 84. Spielminute erzielte Tor Gewinner der fünften Fußballweltmeisterschaft. Dieser Titel erlöste Deutschland neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus den Depressionen der Nachkriegszeit. Das “Wunder von Bern” wird gelegentlich auch als “die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland” bezeichnet. Ein Volk wuchs auch durch die folgenden Wirtschaftswunderjahre wieder zusammen.

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